Der Staatsdiener

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31.07.2005: Es ist heiß. Sehr heiß. Sehr, sehr heiß. Gestern noch brieten wir unsere kaukasischen Riesenkörper in der Wüste des Big Bend National Parks im Süden von Texas, unweit von El Paso. Drei Tage waren wir dort, tranken auf der Terrasse der Chisos Mountain Lodge feinen Ezra Brooks aus Gläsern mit Lone Star-Gravur, spähten vergeblich nach Bären und Berglöwen und brachen immer wieder aus in die unfassbare Natur. Per Pedes – während das Thermometer im Auto 104 zeigte.

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Doch heute verlassen wir den Rio Grande und nehmen Del Rio ins Visier. Nach stundenlanger Fahrt durch die Wüste sind wir durstig. Als endlich die ersten Häuser einer kleinen Siedlung auftauchen singen wir vor Euphorie, da auch ein kleines Diners dabei ist. Aussteigen, hinsetzen, Essen fassen. Es gibt Abläufe, die uns nicht erklärt werden müssen. Wir hauen rein. Am Nachbartisch ein Uniformierter, der immer wieder neugierig herüberschaut. Wir essen weiter und scherzen herum, tauschen jüngste Erinnerungen an bärensichere Mülleimer und die allgegenwärtigen Rehe aus.
Plötzlich steht er an unserem Tisch. Der Uniformierte. Er steht stramm da, in seiner Staatstracht und bellt: „I welcome you to the United States of America, and especially to Dryden County.“ Wir sind sprachlos, schauen ihn stumm an und bedanken uns brav.

Doch was war das? Texas ist groß und weit. So groß und weit, dass es auch dort noch Gebiete gibt, die von Touristen verschont bleiben. Wir sprachen in fremden Zungen. Wir waren etwas Besonderes. Das ist doch auch mal schön. Und wenn Nationalstolz, Gastfreundschaft und eine gewisse Skurrilität aufeinander treffen, entstehen Urlaubserlebnisse, die unvergessen bleiben. Danke, Officer, Sir. Ich werde mich immer gerne an Sie erinnern.

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Ameeeerika!

Road

2001 fing alles an. Ein Freund, der damals in Texas Lehrer war, lud mich ein, ihn zu besuchen. Gleich nach der Landung auf dem George Bush Airport in Houston sprang der Funke von seinem Orignal-Stetson direkt auf mein noch unbedecktes Haupt. Übrigens: Unbedeckte Häupter sind in den südlichen Staaten der USA durchaus gefährdet, wenn Ra seine Strahlen auf God’s Own Country schießt. Gleich am ersten Abend, als ich im Crazy Cajun in Seabrook zu Zydeco-Klängen ein mit Shrimps gefülltes Rindersteak verdrückte, wusste ich, dass dieses Land mich nie wieder loslassen würde. Das Crazy Cajun gibt es nicht mehr, aber meine Leidenschaft für den Süden der USA ist unerschütterlich.

Vieles von dem, was ich in den letzten Jahren erlebt habe und noch erleben werde, möchte ich in diesem neuen Blog teilen. Beginnen möchte ich mit einer simplen Liste. Damit klar wird, wo ich meine 45er-Sohlen schon in die Erde gedrückt habe.

Es soll sich hier aber nicht nur und ausschließlich um die USA drehen. Vielfalt ist angesagt. Aber hier nun erstmal meine USA-Stationen:

1997 – Soltau Brass Ensemble on Tour: The Great Lakes
Lansing, MI
Muskegon, MI
Marlette, MI
Detroit, MI
Chicago, IL
Downers Grove, IL

2001 – Lehrervisite: Texas and Nawlins
Seabrook, TX
Houston, TX
San Antonio, TX
Austin, TX
New Orleans, LA

2003 – Elegisch Verhangenes: The Deep South
Atlanta, GA
Nashville, TN
Memphis, TN
Natchez, MS
New Orleans, LA
Pensacola, FL
Tallahassee, FL
Savannah, GA
Hilton Head Island, SC
Charleston, SC
Atlanta, GA

2004 – Elvis, Bourbon & The President: Vom Süden in die Hauptstadt
Atlanta, GA
Birmingham, AL
Tupelo, MS
Nashville, TN
Louisville, KY
Frankfort, KY
Beckley, WV
Brookeville, MD
Annapolis, MD
Baltimore, MD
Washington, DC
Roanoke, VA
Herndersonville, NC
Atlanta, GA

2005 – The Big Bend: Texas und New Mexico
Seabrook, TX
Houston, TX
Austin, TX
Abilene, TX
Lubbock, TX
Amarillo, TX
Santa Fe, NM
Albuquerque, NM
Silver City, NM
El Paso, TX
Ciudad Juarez, MEX
Big Bend NP, TX
Del Rio, TX
San Antonio, TX
Seabrook, TX

2006 – In Oklahoma City rechts ab: Von LA nach Houston
Los Angeles, CA
Las Vegas, NV
Grand Canyon NP, AZ
Holbrook, AZ
Albuquerque, NM
Amarillo, TX
Oklahoma City, OK
Dallas, TX
Ft. Worth, TX
Austin, TX
Seabrook, TX
Houston, TX

2007 – Eisekalt und wüstenheiß: Die Must-See-National Parks
Los Angeles, CA
Las Vegas, NV
Zion NP, UT
Bryce Canyon NP, UT
Kayenta, AZ
Monument Valley NP, AZ
Telluride, CO
Phoenix, AZ
Palm Springs, CA
Joshua Tree NP, CA
Death Valley NP, CA
Las Vegas, NV

2008 – Sideways to Wyatt Earp: Kalifornien und Arizona
San Francisco, CA
Napa & Sonoma Valley, CA
Carmel-by-the-Sea, CA
Buellton, CA
Santa Ynez Valley, CA
Yosemite NP, CA
Sequoia NP, CA
Los Angeles, CA
Ajo, AZ
Tombstone, AZ
Phoenix, AZ

2009 – It’s five o’clock somewhere: The Sunshine State
Miami, FL
Key West, FL
Key Largo, FL
Everglades, FL
Naples, FL
Clearwater, FL
Tampa, FL
St. Petersburg, FL
Orlando, FL
St. Augustine, FL
Cocoa Beach, FL
Cape Canaveral, FL

2011 – Neustadt und Neustadt: Big Apple und Big Easy
New York City, NY
New Orleans, LA